Ho-Chi-Minh-Stadt (Tag 2)
Ho-Chi-Minh-Stadt hat rund 9 Mio. Einwohner und besteht aus 5 Stadtbezirken und 4 Landbezirken. Der innere Kern ist die frühere Hauptstadt Saigon. Es leben hier rund 3800 Menschen auf einem Quadratkilometer.
Nach den ersten Eindrücken gestern ging es heute mit dem Hop-on-hop-off-Bus auf Stadtrundfahrt. Es gibt zwei Touren: die rote Linie durch die Stadt und die blaue Linie durch das Chinesenviertel. Außerdem wird noch eine einstündige Nachtfahrt angeboten. Wir nehmen gleich das Komplettprogramm für zwei Tage und zahlen umgerechnet 43 EUR für 2 Personen.



Leider konnten wir am ersten Stopp aus irgendwelchen Gründen nicht aussteigen, deswegen mussten wir die Nha Rong Wharf links liegen lassen. Aber für ein Foto aus der Ferne hat es immerhin gereicht. Für die Vietnamesen ist das hier ein berühmter Ort, denn hier startete Onkel Ho, wie Ho Chi Minh hier oft genannt, als Seemann in die weite Welt und entwickelte auf diesen Reisen seine Vision für ein sozialistisches Vietnam.





Unser erster Halt war die Wasserbusstation, von der wir einen guten Blick auf die Skyline haben. Ansonsten war hier nicht viel los, deswegen ging es nach einem kurzen Fotostopp gleich weiter am Zoo vorbei zum Kriegsrestemuseum (das heißt tatsächlich so).
Der Eintrittspreis für das Museum war ebenfalls in unserem Ticket enthalten, sodass wir nach einem Blick auf die draußen ausgestellten Panzer, Kampfflugzeuge und Hubschrauber das Museum besuchten. Das Museum hatte mehrere Ausstellungsräume auf 3 Etagen, die zum Glück gut gekühlt. Neben einigen Kriegsrelikten bestanden die Informationen hauptsächlich aus Fotografien vom Kriegsgeschehen sowie Informationstafeln zum historischen Ablauf und zu verschiedenen Einzelaspekten. Museumspädagogisch vielleicht nicht so besonders wertvoll, aber die zahlreichen Besucherinnen und Besucher machten deutlich, dass der Vietnamkrieg bei der Bevölkerung immer noch einen hohen Stellenwert besitzt.




Wenn man die Bilder von kriegsverletzten Menschen betrachtet, so fragt man sich, wie es sein kann, dass in Deutschland – 80 Jahre nach dem 2. Weltkrieg – Milliarden von Euro in die Rüstung gesteckt werden, ohne dass es zu großen nationalen Protesten kommt. Muss erst wieder eine ganze Generation ihre Jugend und vielleicht noch schlimmer ihr Leben in einem sinnlosen Krieg lassen?

Weiter ging es zum Ban Tanh Markt. Wow – in der Markthalle gab es viel zu sehen und zu kaufen. Und in den engen Gängen wurde man vielfach angesprochen: „Madame, what are you looking for?“, „Madame, good price.“, „Madame, take this“. Madame kaufte dann das eine oder andere Souvenir, während sich der Sir den Strapazen des Shoppens in einem Café entzog.





Bevor es ins Hotel zurückging, gab es noch eine Kleinigkeit zu essen. Nicht immer wussten wir, was sich hinter den bunten Bildern tatsächlich verbarg, aber das Essen war eigentlich durchweg gut. Nur mit dem Stäbchen hatten wir so unsere Schwierigkeit, und nicht immer gab es Gabeln. Aber immerhin wurde meistens ein Löffel mitgeliefert, damit konnte man den Reis dann auch besser zum Mund befördern als mit den Stäbchen.




Im Hotel gab es dann gleich noch einen Afternoon Tea mit Obst, kleinen Kuchen, Salat und Häppchen, sodass wir erst mal pappsatt waren.